Reiseberichte

Backpacker Mekka

Singapore - Kuala Lumpur - Thailand - 052

Und dennoch oder vielleicht auch gerade deshalb sprüht Bangkok ein ungeheuren Charme aus. Wer sich nicht vom Chaos abschrecken lässt, findet sich schnell wieder, wie er durch die labyrinthartigen Strassen irrt. Von einem Restaurant geht es zum nächsten Fake-CD-Game-Uhren-Kleider-Shop und weiter, bis man sich auf einem der vielen Märkte wieder findet.

Die Stadt strahl Gegensätze aus, wie ich sie sonst selten gesehen habe. Tagsüber trifft man bei den fast schon unendlich erscheinenden Tempeln, auf etliche gläubigen Buddhisten. Nachts läuft man dann über die Padpong Road und wird ständig zu Ping Pong Shows „eingeladen“. Wer dann noch eine Parallel-Strasse weitergeht, sieht einzelne Frauen vor Hochhäusern sitzen. Diese halten Kataloge parat, in denen es eine Auswahl an Mädchen gibt. Leider hat Thailand wohl nicht umsonst den Ruf eines Sex-Tourismus Landes.

Am nächsten Morgen auf dem Weg zum Frühstücken begrüssen einem ständig lächelnde Thais. Für mich als absoluter Morgen-Griesgram überhaupt nicht nachvollziehbar. Vor dem Hotel, suchend nach dem idealen Weg zum Königspalast, begrüsst ein vermeintlicher Hotelangestellter mit dem selbigen Lächeln der so freundlichen thailändischen Morgenmenschen.
Seine Seriosität wird noch durch sein astreines Deutsch unterstrichen und er bietet einem höflich, wie sollte man es hier anders erwarten, seine Hilfe an. Zufrieden mit dem zuvorkommenden Menschen hier, sitzen wir schon das erste mal im TukTuk. Seltsamerweise sieht die erste Station überhaupt nicht aus, wie der Königspalast aus unserem Reiseführer. Wir sind etwas verwirrt – doch der ebenso freundliche TukTuk Fahrer versichert uns, dass wir hier bei einem echten Geheimtipp gelandet sind. Ein Tempel, zu dem sonst nur einheimische Thais gehen. (Anmerkung, an dieser Stelle: Shit, waren wir naiv :D )
Cool – es gab dort wirklich keine Touristen und nur eine Handvoll Buddhisten waren gerade bei ihren Gebeten. Total fasziniert, dass sich niemand von uns stören lies, schossen wir auch von diesem „Off-The-Beaten-Track“ Tempel für die daheimgebliebenen ein paar Fotos.

Weiter gings und der freundliche Mr. TukTuk wartete immer noch an der selben Stelle, an der er uns vor dem Tempel abgeladen hatte. So, nun wollten wir aber zum Königspalast. Irgendwie erschien uns der kleine non-touristic Tempel nicht wirklich beeindruckend.

Nach 5min Fahrt – nächster Stopp und wieder keine Königspalast in Sicht?!

Diesmal begleitete uns der Herr direkt zum nächsten Laden um die Ecke. Arg, ne Schneiderei. Eigentlich wollte ich dort gar nicht shoppen. Verblüfft von der unsäglichen Hartnäckigkeit des Verkäufers, fanden wir uns auch schon auf den Stühlen eines Verkaufstisches wieder. Wäre das doch nur nen MediaMarkt Fritze gewesen, wären wir so schnell aus dem Shop entkommen. Aber nichts da – er wollte uns nicht gehen lassen.

Nachdem ich gefühlt das 1000x „Nein, danke. Ich möchte nichts kaufen.“ gesagt hatte, wurde mir dann das Spektakel zu bunt und wir standen auf und gingen.

Der TukTuk Fahrer wartete zwar immer noch vor dem Laden, aber auch bei der nächsten Fahrt fanden wir uns nicht vor dem Palast wieder. Diesmal stand ein Juweliersgeschäft auf dem Programm.
Genervt von diesem Prozedere – machte ich dem Fahrer klar, das wir endlich zum Palast wollten. Er schien’s endlich begriffen zu haben und keine 10min später – *tada*. Endlich ein bekannter Ort – doch leider nur unser Hotel.

Was haben wir daraus gelernt?
1. Kleider machen Leute und 2. Don’t trust Tie-Guys

Sehenswert ist der Königspalast auf jeden Fall. Beeindruckende Gemälde, Gebäude und die Wachen vor dem Palast erinnern schon leicht an London, auch wenn sie nicht ganz so lustige Hüte tragen.

Patrick
written by: Patrick
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