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Fotosafari – Was brauche ich, wie bereite ich mich vor?

Fotosafari - Fotografieren auf Pickup

Welche Ausrüstung brauche ich?

Was bei den meisten (Rucksack-)Reisen ein wichtiger Faktor ist, ist bei einer Fotosafari fast schon ignorierbar – das Reisegewicht.
Auf Fotosafaris ist man die meiste Zeit in einem Fahrzeug unterwegs. Es ist also recht einfach, eine schwerere Fotoausrüstung zu transportieren und so spielt das Gewicht der Kameraausrüstung nur eine Nebensache.
Dadurch ist eine Kamera mit Wechselobjektiven (Z.B. Digitale Spiegelreflex – kurz DSLR) klar im Vorteil gegenüber einer kleinen, leichten Kompaktkamera.
Im Idealfall hat man beide Kameras dabei. Die Kamera mit Wechselobjektiven für Tier und Landschaftsfotos – die Kompakte für Schnappschüsse. Klingt Verrückt – ist es vielleicht auch ;)

  • Tiere können unberechenbar sein und so ist es ratsam, Objektive für die verschiedensten Entfernungen und Situationen zur Fotosafari einzupacken. Gleich vorweg zum (meiner Meinung nach) wichtigsten: Das Superteleobjektiv. Auf den meisten Reisen halte ich ein Objektiv mit einer Brennweite von mehr als 300mm als reinen Ballast.
    Nicht so jedoch auf einer Fotosafari – denn oftmals sind die Tiere mehrere Meter weit entfernt. Weil man sich im Normalfall in einem Fahrzeug befindet und nicht von den Strassen quer durchs Gelände fahren darf (daran sollte man sich auch unbedingt halten), ist es nicht möglich sich dem Objekt der Begierde anzunähern. Also ein Teleobjektiv ist Pflicht – noch besser ist ein Supertele für die Tierfotografie.
  • Auf Fotosafaris spielen aber nicht immer nur Tiere eine Rolle. Gerade in Ländern wie Namibia oder Südafrika gibt es wunderschöne Landschaften. Dafür bietet sich dann ein Weitwinkelobjektiv an (etwas um die 16mm Brennweite sollte passen).
  • Wenn man nun noch Menschen oder Tiere in näherer Umgebung fotografieren möchte, sollte man unbedingt ein „Immerdrauf“ Zoomobjektiv oder ein Objektiv mit Festbrennweite (im Brennweitenbereich um die 50-85mm) mit einpacken.
  • Die Lichtstärke der Objektive ist Tagsüber meist vernachlässigbar. Die Sonne scheint in den meisten Fällen und es ist genug oder teilweise sogar zu viel Licht vorhanden.
    Allerdings sollte das Objektiv auch nicht zu lichtschwach sein, da man wunderschöne Fotos zum Sonnenaufgang und Dämmerung schiessen kann. Zu den Tageszeiten sind die Lichtverhältnisse nicht immer ideal. Lichtschwache Objektive können zudem durch hohe ISO-Werte zum Teil ausgeglichen werden.

Mit diesen drei Objektiven sollte man eigentlich alle Situationen gut abdecken können. Falls dir Begriffe wie Blende, Lichtstärke usw. absolute Fremdwörter sind, dann schau am mal hier vorbei.

  • Wer schonmal ein Superteleobjektiv in der Hand hatte weiss, dass dieses durchaus ein paar Kilos auf die Waage bringen kann. Freihand zu fotografieren wird dann schon zum Muskelakt und fördert das Verwackeln (unten ein Bild wie es eigentlich nicht sein sollte und auch die Sonnenbrille ist nicht grade hilfreich ;) ) .
    Wie bereits oben erwähnt ist man die meiste Zeit im Fahrzeug unterwegs. Ein Stativ hilft da nur bedingt weiter – allerdings kann das Fahrzeug als Stativersatz missbrauchen. Zum Beispiel ist es super praktisch direkt beim geöffneten Fenster das Objektiv auf dem Fensterrahmen abzulegen. Noch besser geht das mit einem Bohnensack als Unterlage (weiter unten ein Bild mit Bohnensack auf einem Geländer). Der kostet viel weniger als ein gutes Stativ und ist für diesen Einsatz wesentlich praktischer. Leider hat ein Bohnensack vollgefüllt einiges an Gewicht – deshalb nur den leeren Sack mit auf den Flug nehmen und sich in Afrika die Bohnenfüllung kaufen.

Fotografieren mit Bohnensack

  • Staub ist ja nicht gerade ein guter Freund der Fotoausrüstung. Doch genau dieser ist auf Fotosafaris, in der südlichen Afrika Region, wirklich hartnäckig und im Überfluss vorhanden und das leider nicht nur in Wüstenregionen. Der Staub und Sand scheint hier hartnäckiger wie sonst wo und kriecht in jede Ritze. Selbst in den abgedichteten 4×4 unserer Namibia/Botswana Tour hat der Sand irgendwie einen Weg hinein gefunden. Nicht nur beim Fahren, sondern auch beim Fotografieren selbst legt sich ziemlich schnell Staub auf der Linse ab. Deshalb auf jeden Fall Reinigungszubehör wie einen Blasebalg oder ein Linsenstift einpacken und das Objektiv nach jeder Safari vom Staub befreien.
    Man sollte der Verschmutzung auch schon vorbeugen, indem man die Ausrüstung in einer verschliessbaren Fototasche oder einem Fotorucksack verstaut. Zudem sollt man darauf achten den Objektivdeckel, nach dem Fotografieren, aufzusetzen.
  • In den Morgen oder Abendstunden ist das Licht in der südlichen Afrika Region wirklich fantastisch zum fotografieren. Je näher der Uhrzeiger sich jedoch der mittäglichen 12 nähert, desto greller wird die Sonne. Teilweise überbelichten dadurch die Bilder im Bereich des Himmels ziemlich schnell. Brennt der Himmel zu sehr aus, hilft auch leider die beste Software zur Bildbearbeitung nicht mehr (ausser man tauscht vielleicht noch den Himmel aus). Ein Grauverlaufsfilter kann dabei Abhilfe schaffen. Mit dem Filter kann man den Himmel abdunkeln und den Vordergrund auf die gewünschte Helligkeit einstellen.
  • Die Datensicherung ist eigentlich für alle Fotoreisen wichtig. Dazu bietet sich entweder eine externe Festplatte an (am besten Stossfest) oder viele Speicherkarten.Wer auf Nummer sicher gehen will, benutzt beide Möglichkeiten. Also kopiert seine Fotos auf die externe Festplatte und verwendet neue Speicherkarten sobald diese voll sind.
    Von Cloud-Service wie Google Drive oder Dropbox würde ich abraten, den oftmals ist die Internetverbindung auf den Lodges oder Camps nicht grade die schnellste.
  • Eine komplette, brauchbare Fotoausrüstung ist äusserst kostspielig. Wer sich nicht sicher ist, das Hobby in Zukunft weiter zu führen oder nicht so viel Geld vor der Reise in das Hobby zu stecken, der hat auch die Möglichkeit sich bei den meisten Fotoläden eine Kamera mit Objektiven auszuleihen.

Gute Vorbereitung ist die halbe Miete! Stimmt das?

Absolut! Nur wer seine Ausrüstung bereits kennt, weiss wie er in bestimmten Situationen zu fotografieren hat und welche Einstellungen an der Kamera vorgenommen werden müssen.

  • Falls man sich eine neue Ausrüstung vor der Fotosafari zulegt, sollte man bereits einige Wochen vor der Reise mit der Kamera vertraut machen und einige Testfotos schiessen.
    Man sollte sich darüber im Klaren sein, dass auch wenn inzwischen viele Abläufe und Einstellungen bei den modernen Kameras automatisch ablaufen, alles übernehmen wird die Technik nicht können.
  • Tiere sind zwar oft unberechenbar, doch in vielen Situationen verhalten sie sich immer wieder gleich. Um ein Gefühl fürs Fotografieren von Tieren vor der Reise zu bekommen, ist ein Besuch im Zoo sinnvoll. Dabei kann man wunderbar und in Ruhe die einzelnen Objektive durchtesten. Auf Safari sind die Tiere oft schnell verschwunden und man hat nur wenige Sekunden bis Minuten um ein Foto zu schiessen – im Zoo hingegen können die Tiere nicht wirklich davonlaufen und sind bereits schon mehr an den Menschen gewöhnt.
  • Es bietet sich auch an, sich vor der Fotosafari zum Verhalten und Aufenthaltsort der Tiere zu informieren. Damit ist weniger eine Tier-Doku im TV, sondern viel mehr ein Forumsbesuch zum zu besuchenden Nationalpark gemeint. Viele Foren-Nutzer schreiben wann sie wo Tiere gesehen haben. Selbst wenn das keine Garantie auf Tiersichtungen ist, ist es doch ein guter Ansatz um seine Chancen dazu zu steigern.
    Zudem gibt es Webseiten, die zeitliche Routen der Wandertiere aufzeigen. Beispielsweise kann man unter www.gnu-finder.de die Gnu-Wanderroute durch die Serengeti und Maasai Mara sehen und abhängig vom Monat wird aufgezeigt, wo sich die Herde in etwa befindet.

Fotosafari - Fotorucksack als Stativersatz

Wann und wo fotografieren?

Nicht jede Tageszeit auf einer Fotosafari ist optimal zum Fotografieren und jede Jahreszeit bringt andere Vorteile mit sich.

  • Im südafrikanischen Sommer sind die Büsche und Bäume voll bewachsen und dadurch wunderschön für Pflanzen und Landschaftsaufnahmen. Im Winter hingegen sind die Pflanzen kahl, was es den Tieren schwerer macht sich zu verstecken – also ist der Winter super für Tierfotografien.
  • Grundsätzlich ist der Sonnenaufgang und -untergang, also zur Goldenen und Blauen Stunde, wie eigentlich überall, am idealsten. Die Farben werden so wunderbar satt und die Sonne zermatscht den Kontrast noch nicht. Ausserdem sind zu diesen Tageszeiten die Tiere am aktivsten, denn die Temperaturen sind noch erträglich. Zur Mittagssonne suchen die meisten Tiere dann Schutz im Schatten der Bäume und bewegen sich relativ wenig. Der Mittag ist deshalb ideal zum Relaxen und sich vom frühen Aufstehen zu erholen.
  • Ein lokaler Guide weiss wo in den vergangenen Tagen bereits Tiere gesehen wurden. Ausserdem kommunizieren die Guides oft über Funk miteinander und geben sich Tipps für Tiersichtungen.
  • In vielen Camps oder Lodges sind Tabellen mit Tiersichtungen (Ort, Datum und Tierart) vorhanden. An diesen kann man sich gut für die Selbstfahrt orientieren.
  • Bei viel besuchte Nationalparks, wie dem Krüger oder Etosha, kann man sich zudem bei Fahrzeugansammlungen darauf verlassen, dort ein „exotisches“ Tier zu sehen.

Foto-Impressionen aus Afrika

Nur reine Theorie ist ja meist etwas trocken, deshalb kannst du dir hier auch gleich ein paar meine Impressionen aus Afrika anschauen. Einfach aufs Bild klicken und los gehts.

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Impressionen Namibia & Botswana

Impressionen Südafrika

 

Mehr Infos zum Fotografieren und/oder zur Fotosafaris

Fehlt was auf der Liste oder du hast noch weitere Tipps? Dann ab damit in die Kommentare :)

Patrick
written by: Patrick

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