Reiseberichte

Kapstadt – Das Tor Südafrikas

Suedafrika-3

Strahlender Sonnenschein begrüsst uns in Kapstadt als wir landen. Die Luft ist klar und kühl, ganz anders wie ich es erwartet hätte. Wir holen unseren Kleinbus bei der Autovermietung am Flughafen ab und fahren zum Hotel. Kurz nach der Flughafenausfahrt lotst uns das Navi über eine Brücke – darunter das erste (und auch letzte) Township, das nicht aus mehr als unzähligen Blechhütten besteht. Es wirkt so Gegensätzlich, denn als wir am Hotel ankommen ist von der Armut nicht mehr viel zu sehen. Man könnte in diesem Stadtteil fast vermuten, sich irgendwo in einer Stadt Westeuropas zu befinden, wäre da nicht der Stacheldraht auf den Mauern, die eigentliche alle Häuser umgeben.
Vom Hotel aus laufen wir als erstes zur Waterfront, was ich als Stadtzentrum der Oberschicht und Touristen bezeichnen würde. Waterfront ist ein im Kolonialstil errichtetes Hafengebiet. Etliche Restaurants, Geschäfte und Hotels säumen die Promenade der Waterfront. Auf Sicherheit wird hier viel Wert gelegt, denn Polizisten zeigen in diesem Stadtteil äusserst viel Präsenz. Extra für die Fussball Weltmeisterschaft hat man diesen Teil Kapstadts „abgesichert“.

Südafrika - Kapstadt - Stadium & Robben Island

Dieses klare Wetter soll in Kapstadt nicht so häufig vorkommen, wie man uns sagt, also wollen wir das gleich nutzen und machen uns nach der Waterfront auf zum Tafelberg. Der Blick vom Tafelberg ist wahnsinnig atemberaubend. In die eine Richtung hat man eine Aussicht auf die Stadt und in die andere auf das weite Meer. Wirft man den Blick Nordosten in Richtung Kapstadt, wirkt die Stadt von hier oben wie eine riesige Festung die anstatt Stadtmauern grosse Berge als Schutzwall hat. Davor, in Kapstadts Bucht, liegt Robben Island, die Insel die nicht nur wie ein Ort der Verbannung wirkt, sondern auch tatsächlich Jahrhunderte lang als Gefängnis diente. Unter anderem wurde hier, der wohl bekannteste Südafrikaner, Nelson Mandela für Jahre gefangen gehalten.

Südafrika - Kapstadt - Mandela / Robben Island
Südafrika - Kapstadt - PanoramaSüdafrika - Kapstadt - Sicht vom TafelbergSüdafrika - Kapstadt - TafelbergSüdafrika - Kapstadt - Blick vom Tafelberg

Schaut man hingegen Richtung Südwesten kann man die Ausläufer des Tafelbergs kilometerweit in die Landschaft ragen sehen, bis sie irgendwann steil im Meer versinken. Nicht umsonst wirbt man hier für den Tafelberg als zukünftiges Natur-Weltwunder (Würde mich interessieren ob das aktuell immer noch so ist?).
Direkt Nordwestlich vor dem Tafelberg liegt Signal Hill, ein beliebter Ort für Picknicks und Sonnenuntergänge. Wir wollen den ersten Reisetag romantisch ausklingen lassen und fahren deshalb zur Dämmerung vom Tafelberg zu besagtem Hügel. Von Signal Hill aus hat man einen freien Blick gen Westen und kann am Horizont den gleisenden Feuerball direkt im südatlantischen Ozean versinken sehen. Eine Rosamunde Pilcher wäre wohl neidisch auf eine solche Szenerie.

Südafrika - Kapstadt - Sonnenuntergang Signal Hill

Der nächste Tag bringt uns gleich wieder in den Nationalpark des Tafelbergs. Kap der guten Hoffnung ist heute angesagt. Allein die knapp zweistündige Fahrt nach Süden ist bereits sehenswert. Entlang steiler Felsküsten windet sich die Strasse bis in eine steppenartige Landschaft. Die ein paar mal, bis wir am Kap ankommen, ihr Gesicht ändert. Wie sich die Landschaft uns auch darstellt, sie wirkt immer wie der raue, kalte Norden. Doch wir sind im Süden – verkehrte Welt, denke ich.
Auch das Kap der guten Hoffnung erscheint mit seinem hohen Kliff beeindruckend brutal. Das Zusammenspiel der Brandung und Wellen sind rohe Naturgewalt. Es verwundert mich nicht, dass hier einst einige Seefahrer ihr Leben verloren.


Südafrika - Kapstadt - Kap der Guten HoffnungSüdafrika - Kapstadt - Kap der Guten Hoffnung BrandungSüdafrika - Kapstadt - Nationalpark Tafelberg

Doch bevor wir überhaupt das Kap erreichen, halten wir unterwegs noch in Simons Town. Denn hier am Boulders Beach findet man die bekannten kleinen Brillen-Pinguine.

Südafrika - Kapstadt - Brillen Pinguine

Nördlich des Kaps der guten Hoffnung liegt ein Parkplatz, von dem aus wir zu Fuss zum Cape Point laufen. Entlang des Wegs zum Cape Point wurden mehrere kleine Aussichtsplatons errichtet, von denen man eine perfekte Aussicht auf das Kap der guten Hoffnung hat. Ganz am Ende es Weges steht ein kleiner Leuchtturm auf dem Gipfel des Cape Points. Mich lässt der Eindruck nicht los, als sei man hier am Ende der Welt angekommen.

Südafrika - Kapstadt - Cape of Good Hope Walk
Südafrika - Kapstadt - Kap der Guten Hoffnung Panorama
Südafrika - Kapstadt - Cape Point  Südafrika - Kapstadt - Cape Point

Zwar haben wir, wie bereits erwähnt ein Navi in unserem Mietwagen, verfahren uns auf der Rückfahrt zum Hotel aber glücklicherweise dennoch. Glücklicherweise? Ja, denn so verlieren wir den Überblick. Schauen konzentrierter umher und versuchen wieder den richtigen Weg zurück zu finden. Dabei fahren wir an einem kleinen Hafen vorbei. Bei dem Fischer gerade damit beschäftigt sind, ihre Netze zu flicken und ihre bunten Fischersboote zu putzen. Dahinter auf dem Meer sehen wir etwas auf dem Wasser.

Ein Wal!

Nein, nur eine Welle.

Doch, ein Wal!

Wir können es nicht richtig erkennen und sind aufgeregt. Stoppen deshalb gleich am nächsten Parkplatz, springen aus dem Wagen und laufen schnellstmöglich zum Ende des Hafenstegs. Und da sehen wir sie tatsächlich, die ersten Wale auf unserer Südafrika-Reise. So nah am Fischerhafen. Kaum mehr als 30 Minuten Fahrzeit von einer der Grossstadt grösser als Berlin entfernt.

Südafrika - Kapstadt - WaleSüdafrika - Kapstadt - Hafen Südafrika - Kapstadt - Hafen Fischerboot

Zum Abschluss verpassen wir uns dann noch die letzte Attraktion in Kapstadt. Wir besuchen das Mama Afrika. Mit Wild Game Menüs wie Kudu-Curry und Straussen-Steaks serviert man uns im Mama Afrika aussergewöhnliche Speisen. Passend zum Essen gibt’s afrikanischen Live-Gesang und tanzende Frauen und Männer in traditionellen Gewändern.
Ein passender Einstieg in die südafrikanische Welt. Sämtliche Aufregung, die ich noch zu Beginn der Reise hatte, ist verflogen und ich freue mich auf das was auf dieser Reise noch kommen wird.

Suedafrika - Kapstadt Mama Africa

 

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Südafrika Impressionen

Patrick
written by: Patrick

2 Comments

  • Hallo Patrick,
    ich musste echt ein wenig schmunzeln, als ich den Beginn Deines Berichts gelesen habe. Kenne ich, die Fragen/Bedenken/Kommentare. Richtig interessant werden sie, wenn man dann in etwas „exotischere“ Länder Afrikas verreist. Aber das Schöne – alle Skeptiker verstummen, wenn sie die ersten Bilder sehen, die Geschichten hören – und ich kenne eigentlich niemanden, den Südafrika nach den ersten Eindrücken unberührt lässt.

    Viele Grüße

    Daniela

    • Das war, ganz ehrlich, auch bei mir so :)
      Mich hat das Land gerade wegen seiner Vielseitigkeit, menschlich, kulturell und auch landschaftlich, überrascht. Hätte ich so nicht erwartet.

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