Reiseberichte

Pin Oo Lwin – Little Britain in Myanmar

Chili, Chili and more ChiliMyanmar - Chili Markt Verkäuferin

Selbst unser Luxus-Hotel strahlt eine unvergleichliche, britische Spiessigkeit aus. Eigentlich genau das was ich in Myanmar überhaupt nicht wollte. Sind doch scheinbar die ehemaligen diktatorischen Militärs noch immer im Besitz der grösseren luxuriösen Hotels.

Ich reibe mir die Augen als wir am Hotel ankommen und glaube an einen Fehler des Taxifahrers von Mandalay. Ich frage nach ob das auch die richtige Adresse sei und er bejaht es mit einem Schulterzucken. Oft scheint er hier nicht gerade Fahrgäste abzuladen und schaut genauso erstaunt wie ich in die Richtung der Hotel-Lobby.

Es dauert keine 2 Minuten, da kommt eine Art Page aus der Lobby, begrüsst uns und will mit seinen 1,60m unsere beiden vollbepackten Rucksäcke auf seine Schultern schmeissen.
Nun ja, das volle Marschgepäck hatte fast seine 50 kg – man kann sich vorstellen, dass der kleine Kerl nicht gerade seinen Spass damit hatte. Ich biete ihm Hilfe an die er vehement verweigert.

Als ob das noch nicht genug des Guten sei, kam kurz darauf ein Golfwagen angefahren. Der kleine Bodybuilder legte das Gepäck auf den Wagen, wünschte uns alles Gute und verschwand wieder in der Lobby.

Wir durften uns mit auf den Golfwagen schwingen und wurden auf den ach so grossen Hügel zu unserer Villa gefahren. Eine ganze Minute dauerte die weite Fahrt…

Wieder besteht der Fahrer darauf, die Rucksäcke selbst in die Villa zu tragen, ein Trinkgeld verweigert er ebenfalls. Ich fühle mich seltsam und deplatziert. Fühle mich ein wenig wie ein Kolonialist zur Sklavenzeit.

Ich möchte nur raus aus dem seltsam, unpassenden Hotel.

Also bestellen wir uns, ganz passend zum Hotel, eine Pferdekutsche. Ich zwänge mich in den viel zu kleinen Wagen und der Fahrer fährt uns zum Markt in Pin Oo Lwin.

Im Gegensatz zum Hotel und der Kutsche macht der Markt keinen wirklich touristischen Eindruck – sehr gut! Es scheint als sei Golfspielen die Hauptaktivität der (Luxus-)Touristen hier in Pin Oo Lwin.

Die Stände des Markts wirken für europäische Verhältnisse beeindruckend und abschreckend zur selben Zeit. Allen voran die Metzger und Fischhändler (wobei das untere Bild Trockenfisch zeigt). Völlig ungekühlt liegt das blanke Fleisch in der prallen Mittagssonne. Hmm – jammie!
Aber ob es in einer deutschen Grossschlachterei besser aussieht – Gammelfleisch und so?

Myanmar - Metzgerin am MarktMyanmar - Pin Oo Lwin Markt TrockenfischMyanmar - Pin Oo Lwin MarktMyanmar - Pin Oo Lwin Markt Gewürze

Nach dem Markt laufen wir noch ein paar Stunden durch die Strassen Pin Oo Lwins. Begutachten noch den kleinen Bruder Big Bens, den sogenannten Purcell Tower. Ein Geschenk von Königin Victoria an die Kolonialstadt (es gibt noch einen weiteren dieser Uhrenturm-Klone in Kapstadt).

Myanmar - Pin Oo Lwin-004

Und geniessen den (meiner Meinung nach) besten Kaffee in ganz Myanmar im „Golden Triangle Cafe“.

Doch ein Tag für diese englische Stadt ist genug und so geht es am nächsten Tag weiter nach Kyaukme.

Patrick
written by: Patrick