Reiseberichte

Und nächtlich brüllt das Löwen-Männchen

Botswana - Denkender Löwe

Der Tagesablauf für Tierbeobachtungen ist im Moremi Nationalpark (Botswana, Okavango) ein wenig unberechenbar. Aber was soll man auch von der Wildnis ansonsten erwarten, in der man hier einige Tage eintauchen kann.
Denn der Moremi Nationalpark ist nicht zu vergleichen mit den fast schon zooartigen Etosha oder Krüger Nationalparks. Wasserstellen hat es hier wirklich zu Genüge, da der Okavango ständig Wasser führt. Dadurch sind die Tiere im Park verteilt und nicht nur auf eine Stelle konzentriert. Ein Führer, ein gutes Auge oder viel Glück sind nötig um die (scheuen) Tiere zu sehen.

Auch Hohe (Unterkunfts-)Preise des Ökotourismus und die sehr begrenzten Camping und Lodge-Plätze sorgen für eine wesentlich geringere Touristendichte. Es kann passieren, dass man in einigen Bereichen des Parks nicht auf andere Besucher trifft.

Der gesamte Nationalpark oder besser das „Schutz-Gebiet“ kommt vollkommen ohne Zaun aus. Was zur Folge hat, das die Tiere kommen und gehen, wie es ihnen gefällt. Es gibt sogar Elefanten- und Wasserbüffel-Herden, die vom Moremi bzw. Okavango bis zu den Victoria-Fällen hin- und herwandern. (Bitte vorher erkundigen, ob die Tiere gerade im Park sind.)
Nicht nur beim Park hat man auf Zäune verzichtet – auch die Camps sind komplett in die Wildnis integriert. Man lebt also direkt zwischen den wilden Tieren. Tag und Nachts.
Ein wenig Vorsicht ist da schon geboten. Denn es kommt nicht gerade selten vor, dass unvorsichtige Touristen Essen in ihren Zelten liegen lassen und diese dann ungewünschten Besuch von Tieren bekommen.

Botswana - Löwe Portrait Botswana - Beobachtender Löwe

In unserem zweiten Camp hörten wir Nachts, ganz in der Nähe, Löwenmännchen brüllen. Doch am nächsten Tag waren leider weit und breit keine Raubkatzen zu finden.
Am allerletzten Tag hatten wir dann doch noch das Glück, auf einen der „Könige der Tiere“ zu treffen. Ein recht junges Männchen und noch als Einzelgänger unterwegs.

Er ließ sich nicht aus der Ruhe bringen und präsentierte sich direkt ein paar Meter von unserem Wagen entfernt.

Botswana - Löwe Löwe sonnt sich im Moremi Nationalpark Botswana Botswana - Denkender Löwe

Patrick
written by: Patrick

8 Comments

  • Oh, noch ein weiterer Reiseblogger, der auch schon mal in Botswana war :) Ist ja doch manchmal eher noch ein Geheimtipp (was ja auch an den Preisen liegt vielleicht).

    Ich war letztes Jahr dort für meine Bachelorarbeit und hab danach noch ne Safari drangehängt. Okavango Delta, Savuti, Chobe NP, VicFalls etc.
    Und ich könnte sofort wieder hin!! Die warme Sonne und die einmalige Natur und Tierwelt Afrikas erleben!

    Viele Grüße und noch viele schöne Erlebnisse während des Reisens!
    Carina

    • Sau cool, ne Bachelorarbeit in Botswana! Über was hast du denn geschrieben? Die Flora und Fauna?
      Ich bin inzwischen auch richtiger Afrika-Fan geworden. Es ist einfach so ursprünglich, gerade oder vor allem Botswana.
      Leider hatte uns die Zeit nicht für den Norden und die Victoria-Fälle gereicht. Wir sind ja vom Caprivi-Streifen entlang des Okavango bis zum Moremi gefahren (das war unsere Route: Namibia & Botswana).
      Happy travels
      Patrick

      • Hi Patrick,

        ja ich habe mich hauptsächlich mit Pflanzen beschäftigt, wobei Tiere auch eine Rolle gespielt haben.
        Ich habe untersucht wie verschiedene Beweidungsformen (natürliche Beweidung mit Wildtieren und anthropogene Beweidung mit Rinder) sich auf die Artenvielfalt von Pflanzen auswirken.
        Wenn du mal sehen willst, wie meine Arbeit vor Ort in der Kalahari aussah, kannst du ja mal hier schauen http://last-paradise.com/neues-aus-der-kalahari/

        Ich war mit einer kleinen Gruppe (6 Leute) unterwegs auf Safari (2 Wochen lang). Der Mietwagen und alles drumherum wären für mich auch zu teuer gewesen. Dafür hatten wir aber auch zwei Flüge übers Delta drin und 3 Nächte auf einer einsamen Insel mitten im Delta. Mit Camp-Elefanten :D

        Liebe Grüße,
        Carina

  • Hallo Patrick,

    und wieder so schöne Bilder…

    Seid ihr in unserem Frühjahr/ Frühsommer dort gewesen? Und habt ihr die Gamedrives auf eigene Faust gemacht? Dann ist das Tiere aufspüren wirklich nicht so einfach. Aber das macht ja auch irgendwie den Reiz aus – die Spannung, ob und was man sehen wird.

    Viele Grüße

    Daniela

    • Hallo Daniela,

      Danke, einmal mehr :)

      Wir waren im November in Namibia und Botswana auf Safari. Ja, wir haben alles selbst organisiert und sind auch selbst gefahren. Nur die Bootsfahrt auf dem Okavango war mit Guide ;)
      Genau – es macht viel mehr Spass. Gerade im Moremi Nationalpark mit dem 4×4 zu fahren und ständig ausschau halten. Braucht ab und zu zwar etwas Frustrationstoleranz, wenn man dann allerdings etwas sieht freut man sich um so mehr.

      Wo warst du eigentlich bereits in Afrika unterwegs?

      Patrick

  • Hallo Patrick,

    Ehre wem Ehre gebührt.

    OK – also – SA, Namibia, Sambia, Simbabwe, Tansania, Kenia, Malawi (und im Norden auch ;-)) und 3x in Botswana. Das erste Mal wie Du auf Campingplätzen, die nächsten beiden Male als sehr dekadente Flugsafaris. Und ich muss ehrlich sagen – Botswana so wirklich kennenlernen, ist glaube nur auf den Flugsafaris möglich. Es ist so einmalig schön, über das Delta zu fliegen. Und in den privaten Konzessionen, in denen sonst keine Gäste unterwegs sein dürfen, kannst Du so unglaublich viele Tiere und vor allem aus nächster Nähe sehen – unglaublich.

    Was Du über die Frustrationstoleranz und das Erfolgserlebnis sagst, kann ich nur unterstreichen – und vor allem die Tiere dann selber zu sehen ist ja noch viel besser, als von einem Guide darauf aufmerksam gemacht zu werden.

    Viele Grüße

    Daniela

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