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Meine Ansicht zu Reiseführern

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Ich lese immer häufiger davon: Reiseführer in Buchform braucht man nicht mehr. Sie sind zu schwer, zu unhandlich und im Internet findet man sowieso alles viel schneller und einfacher. Genau da sehe ich allerdings auch schon das erste Problem. Was wenn kein Internet am Reiseort verfügbar ist? Was wenn kein Strom verfügbar ist und dem Akku langsam der Saft ausgeht? Was wenn dein Handy unterwegs den Geist aufgibt (gerade das Glas-iPhone ist ja nicht unbedingt ein Outdoor-Gerät)?
Ganz so einfach lässt sich die Frage „ist ein Reiseführer überhaupt noch sinnvoll“ also wohl nicht beantworten. Deshalb sollte man sich vor Reisebeginn die viel wichtigeren Fragen stellen: „Wo soll es denn überhaupt hingehen?“, „Wie will ich reisen?“, „Was will ich auf meiner Reise überhaupt erleben?“ und „Wie viel Zeit habe ich zur Verfügung?“. Beantwortet man sich diese vier Fragen, dürfte auch fast immer die Frage um den Reiseführer gelöst werden können.

Doch es gibt aus meiner Sicht noch weit mehr Informationsquellen zur Reisegestaltung als ein Reiseführer oder das Internet. Deshalb habe ich dieses Thema in zwei Beiträge aufgeteilt. In diesem ersten Beitrag werde ich auf Reiseführer, Reiseblogs und auch Reiseforen eingehen. Im zweiten Teil wende ich mich dann lokalen Guides, Touristikwebseiten, Apps und Reise-Magazinen zu.

Reiseführer - Bücher

Reiseführer (Buch)

Für mich sind Reiseführer komprimiertes Wissen auf ein paar hundert Seiten. Wälze ich mich durch einen einzigen Reiseführer, dann weiss ich im Allgemeinen schon ziemlich genau, was mich in einem Land erwartet, was ich dort zu sehen bekomme und worauf ich meine Prioritäten setzen werde. So halte ich sie für die Reisevorbereitung als eine kompakte Informationsquelle und bekomme eine gute Übersicht über einen Reiseort. Praktischerweise kann man auf diese Art bereits von Zuhause aus planen und verliert nicht unnötig Zeit auf der Reise selbst. Gerade für arbeitstätige ist der Faktor Zeit doch nicht ganz unwesentlich.
Sie sind jedoch nicht nur für die Reisevorbereitung ein brauchbares Tool, auch für Unterwegs sind sie ein hilfreicher Begleiter. So kann man Bücher fast bei jedem Licht lesen. Ob nun bei direkter Sonneneinstrahlung oder abends bei Kerzenlicht spielt dabei kaum eine Rolle.
In einem Reiseführer sind häufig noch weiteres Info-Material wie z.B. die wichtigsten Worte in der lokalen Landessprache, Verhaltensregeln, Gepflogenheiten, Landkarten, Sicherheitshinweise usw. zu finden.
Ein klassisches Buch hat noch weitere Vorteile: Man kann Blätter herausreissen, Seiten markieren, Notizen hineinschreiben und ist unabhängig von Stromquellen.
Leider schlägt sich diese fülle an Informationsmaterial in Papierform schnell auf das Gewicht aus. Reiseführer sind in den seltensten Fällen kostenlos und so können bei einer längeren Reise schnell ein paar Euros zusammenkommen.

Vorteile

  • Kompaktes Nachschlagewerk
  • Kein Internet oder Strom nötig
  • Objektivität
  • Robustheit
  • Wiederverkäuflich
  • Lesbarkeit

Nachteile

  • Gewicht
  • Aktualität
  • Kosten
  • Keine Fragen möglich

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Reiseführer - E-Books

Reiseführer (E-Book)

Der Reiseführer als E-Book ist fast identisch mit dem des klassischen Buchformats. Sie unterscheiden sich dennoch in einigen gravierenden Punkten, weshalb ich die E-Book Reiseführer auch separat aufführe.
Zum einen brauchen die E-Book Reader Strom. Zwar ist der Stromverbrauch bei den E-Readern sehr gering und bei kürzeren Reisen durchaus zu vernachlässigen, bei einer mehrtägigen und längeren Reise dürfte ohne Stromquellen dafür kaum auskommen.
Zum anderen sind E-Reader nicht ganz so robust wie es Bücher sind. Hitze und Wasser sind nicht unbedingt Freunde des elektronischen Gerätes. Im schlimmsten Fall erleidet der E-Reader einen Totalschaden und alle Reiseführer sind nicht mehr lesbar.
Hingegen spart man sich wiederum bei E-Readern einiges an Gewicht ein. Mehrere Reiseführer in Buchform können schnell ein paar Kilos auf die Waage bringen, ein E-Reader bleibt hingegen immer gleich leicht.
Auch in elektronischer Form sind mit den Reiseführern Kosten verbunden. Allerdings sind diese bei der Anschaffung oft günstiger als das Pendant in Buchform. Dafür ist eine Weitergabe oder -verkauf bei E-Books erschwert bis unmöglich.

Vorteile

  • Kompaktes Nachschlagewerk
  • Objektivität
  • Gewicht

Nachteile

  • Aktualität
  • Strom
  • Kosten

Links

Reiseführer - Reiseblogs

Reiseblogs

Ach ja, die guten Reiseblogs. Auch wenn viele das inzwischen anders sehen, für mich sind Reiseblogs nur eine Inspirationsquelle. Ein Platz im Netz, an dem ich mir Ideen für meine nächsten Reisen hole. Ich liebe es, die Geschichten der Reiseblogger zu lesen. Was sie auf ihren Reisen erlebt haben und wie sie sich durch die abgelegensten Orte oder auch dem Zivilisationsdschungel geschlagen haben. Das regt in mir oft das Verlangen an, auch an solche Orte zu reisen oder eben genau diese zu vermeiden. Ich habe durch Erzählungen der Reiseblogger von Orten gehört, die ich vorher nie als Reiseorte in Erwägung gezogen oder vielleicht sogar niemals von ihnen gehört hätte. Zudem bauen die meisten Blogger wunderschöne Fotos in ihre Texte ein. Da Bilder oft mehr als 1000 Worte sagen, ist das für die Inspiration natürlich ein super Pluspunkt.
Man sollte dabei aber nicht vergessen, dass diese Reise-Geschichten oder -Berichte immer auf persönlichen Erfahrungen basieren und diese auch im Text widerspiegeln. Im Gegensatz zu einem Reiseführer eines Verlages, braucht ein Blogger sich nicht unbedingt um politische Korrektheit zu scheren. Das hat natürlich sein Für und Wider. So habe ich beispielsweise schon Texte zu Reisen gelesen, bei denen ich selbst andere Erfahrungen gemacht habe und nicht mit dem Schreiber übereinstimmte.
Folgt man einem Blogger eine Zeitlang bekommt man schnell ein Gefühl dafür, wie sehr er auf der gleichen Wellenlänge schwingt. Zudem nehmen gesponserte Reisen von Bloggern immer mehr zu. Ob man dem Reiseblogger dann noch eine Objektivität zuschreiben möchte, soll jeder selbst entscheiden.
Für mich bilden diese Reiseberichte immer nur eine Grundlage zur Reiseplanung, weshalb für mich die letzten beiden erwähnten Punkte eher weniger ins Gewicht fallen. Zusätzliche Informationen besorge ich mir dann entweder in Reiseführern, von Freunden & Bekannten oder auch bei verlässlichen Quellen wie dem Auswärtigen Amt.

Vorteile

  • Sehr Vielseitig
  • „ungeschminkte“ Erzählungen
  • Persönliche Reiseerfahrung
  • Unterhaltsam
  • Viele Bilder
  • Fragen und Austausch möglich

Nachteile

  • Persönliche Reiseerfahrung
  • Gesponserte Reiseberichte
  • Oft Oberflächlich

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Reiseführer - Reiseforen

Reiseforen

Durch Reiseblogs sind die Reiseforen fast schon etwas in Vergessenheit geraten. Doch gerade die Foren sind für mich noch immer eine der wichtigsten Informationsquelle überhaupt. Zwar sind sie für Inspirationen nur suboptimal geeignet, doch für aktuelle Informationen und vor allem dem Informations-Austausch sind sie das Non-Plus-Ultra.
Mir fällt eigentlich keine bessere Möglichkeit ein, sich im Dialog mit mehren Gleichgesinnten vor Reisebeginn auszutauschen. Ein Forum, das rege von Reisenden verwendet wird, kann dafür allerdings schnell durch die Informationsflut unübersichtlich werden. Die Suche nach Informationen kann dann schnell einiges an Zeit in Anspruch nehmen.
Einige Verlage von Reiseführern bieten inzwischen auch Foren als Ergänzung zu ihren Büchern an.

Ohne Reiseforen wäre ich wohl 2012 nur mit meiner EC oder Kreditkarte nach Myanmar gefahren und hätte nicht gewusst, dass man dort aufs penibelste auf Geldscheine achtet. Meist nur Zahlungen in US-Dollar-Scheinen möglich sind, die keinerlei Falten oder Farbflecken haben. (Anmerkung: inzwischen wird das wohl nicht mehr ganz so extrem gehandhabt – Euros sollten meines Wissens auch akzeptiert werden).

Vorteile

  • Aktuell
  • Fragen und Austausch möglich
  • Vielzahl an Meinungen
  • Kostenlos

Nachteile

  • Unübersichtlich
  • Informationsflut
  • Viel Zeit nötig

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Mein (persönliches) Fazit

Auch wenn E-Reader der klassischen Buchform nach und nach den Rang ablaufen, ganz ersetzen können Sie diese aktuell noch nicht. Gerade was die Handhabung (Notizen schreiben, Stromunabhängig, Robustheit) angeht, ist ein Buch doch immer noch einiges bequemer. Die Technologie entwickelt sich jedoch rasend schnell und die Nachteile könnten bereits schon in ein paar Jahren ausgemerzt werden.
Reiseblogs sind super Inspirationsquellen mit Unterhaltungswert. Für eine Reiseplanung jedoch eher nur ein Fundament. Zum Wissensaustausch oder Dialog sind Reiseforen nach wie vor immer noch die beste kostenlose Informationsquelle.
Ich versuche nach Möglichkeit eine Kombination aus all diesen Informationsquellen zu nutzen. Für Kurz- oder Städtereisen reichen mir meistens Infos, die ich aus dem Internet recherchiere. Bei Fernreisen mit längeren Aufenthalten in fremden Kulturen verlasse ich mich dann doch lieber auf den guten alten Reiseführer im Buchformat.

So sehen das andere Reisende

Patrick
written by: Patrick

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