Reiseberichte

(W)irre Weltreise-Gedanken

Train to the Sun

Doch je mehr ich mich mit der Weltreise auseinander setzte und je näher der Abreisetag kommt, desto schwieriger wird es für mich, genau das nicht zu tun. Einfach nichts zu planen oder mich fest zu legen.

Myanmar - Bagan - Erleuchteter Buddha Myanmar - Bagan

Vor knapp einem Monat habe ich mir eine Reise zusammengebastelt. Erst einen Abstecher nach Uganda, zwei alte Freunde auf Abwegen dort besuchen, dann weiter nach Kenia und runter bis Tansania. Von dort aus ab in die Staaten zur niemals schlafende Stadt New York. Und da ich so bereits im angeblichen Land der Freiheit bin, würde sich die Westküste Nordamerikas, von San Francisco hoch bis ins kühlere Vancouver, anbieten. In British Columbia war die Lachswanderung mit den geschickten Grizzleys schon immer ein Naturspektakel, dass ich unbedingt einmal live miterleben wollte.

Suedafrika - Tafelberg Suedafrika-Krueger-Nationalpark-1

Als nächstes sollte dann Japan an der Reihe sein. Das Land, ohne jemals dort gewesen zu sein, stelle ich mir als absoluten Kontrast zwischen bunt-kitschiger Moderne und Tradition vor. Ein super Zwischenstopp, von Kanada auf dem Weg zum nördlichen Australien. Dort dann die typische Ost-Route bis runter nach Tasmanien abfahren.

Ich bin ja ein absoluter Herr der Ringe Fan, deshalb darf das Land der Hobbits natürlich auch nicht fehlen und so wäre Neuseeland als Station auf meiner Weltreise ein Pflichtbesuch.
Mit Neuseeland wäre die Reise noch nicht abgeschlossen. Kleine Inseln im türkis-blauen Wasser zählen ja allgemein hin als Paradiese und ein Paradies darf auf meiner Reise natürlich nicht fehlen. Und was liegt unmittelbar vor den Neuseeländischen Küsten – genau die Polynesische Inseln Wal-Schnorcheln ist auf den Inselgruppen auch möglich. Ein weiterer Punkt auf meiner Wunschliste, den ich bisher nicht vom Weihnachtsmann erfüllt bekommen habe.

Ägytpen - Rotes-Meer SchildkröteÖsterreich - Alpen

Tja, dann wären da noch Chile und Argentinien. Die Länder von Feuer und Eis, will ich auch unbedingt mitnehmen.
Und genau da beginnt mein Problem. Ich bin schon viel zu weit im Planen und bemerke immer mehr wie mir meine viel zu knappe Zeit auf der Reise davonrinnt. Anfangs waren es maximal sechs Monate – jetzt sind es bereits acht. Shit – ich will mich nicht zu sehr einschränken und dennoch bleibt mir keine Wahl als genau das zu tun.

Und was ist mit China – da wollte ich auch noch hin. Von Namibia noch viel zu wenig gesehen. Eigentlich sollte die Reisevorbereitung, wie minimalistisch sie auch immer sein sollte, Spass machen und nicht in den Entscheidungs-Wahn treiben. Doch Entscheidungen mit einem Für und Wider schränken ein und das nimmt mir wiederum ein Stück der Freiheit, die ich erhofft hatte auf dieser Reise zu finden. So wie es wohl vielen Langzeitreisenden geht.

Vietnam-Trockene-Halong-Bucht Vietnam-Tempel

Vor ein paar Tagen hatte ich ja erst den Beitrag zur Reiseplanung geschrieben und darin die Reiseblogs erwähnt die mich immer wieder aufs Neue inspirieren.
Sie sind ein Segen für meine Planung und ein Fluch zugleich. Jedes mal aufs Neue, sobald ich denke „That’s it!“, erscheint ein wunderbarer Beitrag auf einem Blog. Dann kommen dieses Gefühl hoch etwas zu verpassen und mir schiesst der „Mist da will ich auch (noch) hin!“-Gedanke durch den Kopf.
Als ob das noch nicht genug wäre, erscheinen nun zum Jahresende in sämtlichen Reisemagazinen die Geheimtipps und Reisetrends fürs kommende Jahr.

Was für ein Luxusproblem, mit dem ich mich da herumschlage!

Ich werde überschüttet mit Ideen. Viel zu vielen Ideen. Dabei will ich doch nur Reisen mit so viel Freiheit wie möglich und stelle immer wieder fest, es gibt nur drei Faktoren die mich einschränken: Zeit, Geld und ich selbst

Damn it – life is too short! Oder vielmehr meine Zeit zu reisen.

Entschlossenheit sieht anders aus, ich weiss. Vielleicht sollte ich doch einfach in den Flieger steigen und mich treiben lassen…

Italien - Venedig - Langer Gang Montenegro - Eisenbahn

 

Patrick
written by: Patrick

7 Comments

  • Wer die Wahl hat, hat die Qual :-) Ich glaube, es ist vollkommen in Ordnung, sich ein paar Gedanken, vielleicht sogar Pläne, zurechtzulegen- immer mit der Option, unterwegs abzuändern. Denn, wer weiß, wie Du Dich nach drei Monaten fühlst- vlt. sehnst Du Dich dann nach einer Reisepause oder sagst: Nicht noch ein Strand ;-)

    Und: Es ist doch auch vollkommen in Ordnung, etwas für das Leben nach der Reise übrig zu lassen. Nach der Reise ist schließlich immer vor der Reise.

    • Hey Aylin,
      danke für deine aufbauenden Worte :)
      Ich denke, es ist einfach ein gewisser Respekt vor der Reise, der sich da grade bei mir breit macht. Im voraus planen oder besser Infos sammeln sehe ich eigentlich als Notwendigkeit. Könnte sonst an dem ein oder anderen Grenzübergang unlustig werden.
      Bei meinen beiden längeren Europareisen konnte ich relativ locker die Routen ändern. Das hätte ich mir auch für unsere Weltreise gewünscht. Nur irgendwie ist da die Auswahl an Stopps so riesig ;)
      Patrick

  • Wie wunderbar, dass du so eine Reise machen kannst. Und natürlich ist es ein Luxusproblem, das du da hast. Allerdings kann ich das gut nachvollziehen, denn es gibt ja wirklich so viele großartige Orte auf dieser Welt. Da fällt eine Auswahl schon schwer, sich festzulegen noch schwerer. Aber tatsächlich finde ich, Aylin hat da die richtige Einstellung: Nach der Reise ist immer auch vor der Reise. Du wirst sicher noch reichlich Gelegenheit haben die nicht geschafften Orte zu einem anderen Zeitpunkt zu besuchen. Ich beneide dich, freu mich auf deine Berichte und wünsche dir gaaaaaaaaanz viel Spaß.
    LG
    Mischa

    • Danke vielmals Mischa :)
      Natürlich werde ich auch nach der „grossen Reise“ auch noch genügens Wunsch-Ziele haben. Es fällt mir nur aktuell schwer, mich einzuschränken. Aber das ist eine Charakter-Sache – ich habs noch nie so wirklich gemocht, mich zu sehr festzulegen ;)

  • Das kann ich gut nachvolziehen, was du da schreibst. Ich würde mir bei sechs bis acht Monaten überlegen, ob es wirklich eine Weltreise sein muss. Klar kansnt du die Erde in etwa 30 Flugstunden umrunden, aber jeder Flug und jeder fixe Termin zerschneidet deine Reise wie die scharfe Klinge einer Machette.

    Es ist etwas absurd: Aber wenn ich länger unterwegs bin, dann denke ich oft schon eine Woche vor der Rückreise: Es lohnt sich nicht mehr, noch irgendwo hinzugehen. Ich muss ja eh gleich zurück. Das gleiche gilt natürlich auch für Weiterflüge. Der verlierst etwas, was meiner Meinung nach ein wichtiger Bestandteil von Langzeitreisen ist.

    Wenn ich jetzt so viel Zeit am Stück hätte, würde ich vielleicht einmal quer durch Afrika, oder einmal quer durch Asien bis nach Neuseeland. Auf dem Landweg. Zumindest dort, wo es halt geht.

    • Das hat natürlich was Oli. Mir ist das auch schon oft durch den Kopf gegangen: Müssen es denn alle Kontinente sein (ich lass da mal die Antarktis aussen vor)? Müssen es so viele Destinationen sein? Wo kann ich Abstriche machen?
      Eine Reise quer über einen Kontinent oder auch nur durch ein Land ist ein ganz anderes Reisen, wie durch die Weltgeschichte. Erleben wird man auf beiden Wegen genug.
      Da ich auch keine Anfang 20 mehr bin, steht in den nächsten 2-3 Jahren dann auch noch Familienplanung auf dem Programm und das wird meine Reisemöglichkeit einschränken. Zumindest seh ich das aktuell so – wer weiss, wie das kommt, wenn es soweit ist :)
      Das ist einer der Hauptgründe, weshalb ich so viele Destinationen abstecken würde wie möglich.
      Aber wie Aylin ja bereits geschrieben hatte, werde ich meine Route nicht zu fix planen – das liegt mir nicht im Blut. Wenn mich ein Stopp einfach von den Socken haut, will ich dort auch länger Zeit verbringen ohne im Hinterkopf haben zu müssen: „Mist, in zwei Tagen musst du schon wieder weiter.“

  • Luxusproblem ist der richtig Ausdruck. Mir ging es aber aber ganauso, man will ja nichts verpassen, aber egal wo ich war es war dann immer gut und genau die richitge Entscheidung. Du darfst nicht zu kopflasitg an die Sache rangehen, mehr auf das gefühl hören. Ich meine wie geil ist es denn zum Beispiel die Chinesische Mauer zu sehen? Tausendmal besser als im Büro zu sitzen, oder? Also kann der Rest auch egal sein. Entspannen und genießen. Leider fällt das einem nicht so leicht bei dem ganzen Stress um uns herum… Gruß von http://sabbaticalbackpacking.com

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